Wir sind insgesamt 26 Menschen zwischen 1 und 75 Jahren, die im PAN-Projekt in Harmannstein gemeinsam zu Hause sind. Wir als Gemeinschaft sind das Herz von dem, was hier wächst und wird, weil alles an diesem Ort zu uns in Beziehung steht und mit uns verbunden ist.
Wir leben und arbeiten zusammen. Wir bestellen unsere Felder, bebauen unseren Garten, versorgen unsere Tiere, feiern, lernen, werken, wirtschaften und ENTWICKELN – uns und unser Lebensumfeld. Denn darin sehen wir seit Gründung des PAN-Projekts im Jahr 1995 unsere Hauptaufgabe: Wir wollen ein gelebtes Beispiel dafür sein, dass gemeinsam immer mehr geht!
Als Gemeinschaft leben wir in drei, bald vier Generationen gemeinsam unter einem Dach. Darin sehen wir ein großes Potenzial für uns alle:
Miteinander können wir die hier aufwachsenden Kinder und Jugendlichen zu jedem Zeitpunkt ihres Lebens- und Lernwegs optimal begleiten. Die Vielfalt an Menschen bietet für unsere Kinder ein buntes Beziehungslernfeld – ähnlich einer „Gesellschaft im Kleinen“ – in der sie neben unserer Vielfalt und Verschiedenheit auch erleben können, welche Werte wir alle gemeinsam teilen, z.B. einen freundschaftlichen und respektvollen Umgang miteinander und eine achtsame Haltung gegenüber allem Lebendigen.
Auch jeder der Erwachsenen kann auf Ansprechpartner und Freunde zählen, die sich im gleichen Lebensabschnitt befinden und mit ähnlichen Lebensfragen beschäftigen.
Wir wollen einander Vorbilder für Offenheit, Ehrlichkeit und Entwicklungswillen sein und vorzeigen, dass Differenzen nur im echten Bemühen um gemeinsame Lösungen nutzbar gemacht werden können.
Das Zusammenleben von Einzelnen, Paaren und Familien in Gemeinschaft erfordert durch die unterschiedlichen Bedürfnisse eine stetig wachsende freundschaftliche Reife und Kommunikationsbereitschaft.
Partnerschaft bzw. Ehe ist die kleinste Form der Gemeinschaft und die Basis für die Gründung einer Familie. Auch für die Beziehung zwischen Lebenspartnern soll es eine Bereicherung sein, in Gemeinschaft zu leben – also verbunden mit den besten Freunden und somit ehrlichen Spiegeln.
Mitgliedern in unserer Gemeinschaft soll es möglich sein, würdevoll alt zu werden und sich Aufgaben widmen zu können, die ihrem Lebensabschnitt entsprechen. Dass wir füreinander da sein wollen, ist Teil unseres Anspruchs an unser Leben.
Während die heranwachsenden Generationen Elan und neue Ideen einbringen, schätzen wir auch besonders die Stimmen der älteren Mitglieder, welche das gemeinschaftliche Gesprächsfeld durch ihre Lebenserfahrungen bereichern. In Gemeinschaft alt zu werden, soll ein wahres Lebenselixier sein!
Wir PANs sind uns einig, dass wir in dieser Gemeinschaft den besten Ort gefunden haben, um unser Leben meistern und glücklich werden zu können. Wir finden unseren Lebenssinn und unsere Lebensfreude darin, gemeinsam zu lernen und zu leben und dabei eine PAN-Lebensart auszuformen, die der Seele gut tut!
Wir wollen Jesus in unserem Leben ernst nehmen und alles in der Schöpfung als grundsätzlich liebens- und achtenswert anerkennen. Deshalb bemühen wir uns um eine geistbewusste BEZIEHUNG zu Boden, Pflanze, Tier und Mensch.
„Nimm nur, was du brauchst und gib so viel du kannst“ ist folglich eine Lebenshaltung im PAN-Projekt geworden, die wir in unserem Umgang mit allem täglich üben. Auf diese Weise erleben wir jeden Tag als weiteren Baustein in einem gemeinsamen PROZESS des ständigen Lernens und Entwickelns.
Die Ausformung der PAN-Lebensart ist unsere persönliche Antwort auf die gesellschaftlichen Fragen und Herausforderungen, die sich in Zukunft nicht mehr isoliert, sondern nur mehr mit der Fähigkeit zum gemeinschaftlichen Denken und Handeln lösen lassen werden.
Wir finden unseren Lebenssinn und unsere Lebensfreude darin, dass Gemeinschaftsbewusstsein für uns selbst und für alle, die sich mit dem PAN-Projekt in Beziehung setzen, immer MEHR fühlbar, erlebbar und fassbar wird.
Schule
Tiere
Garten
Ackerbau
Werkstätten
Verwaltung & Firmen
Strom von der Sonne
Wasser-
Ver- & Ent-
sorgung
Selbstversorgung hat für uns ganz viel mit Unabhängigkeit zu tun. Und Unabhängigkeit ist im PAN-Projekt wesentlich damit verbunden, inwieweit wir in der Lage sind, unsere Kernbedürfnisse Ernähren, Bekleiden und Wohnen selbständig und selbstbestimmt zu organisieren, unseren Anforderungen entsprechend zu entwickeln und würdig auszuformen. Dies bezieht natürlich die Zusammenarbeit und Vernetzung mit gleichgesinnten Menschen mit ein, die über Spezialisierungen oder Fähigkeiten verfügen, die es an unserem Standort (noch) nicht gibt.
Immer weiter wachsende, qualitative Selbstversorgung in allen Bereichen ist eine wesentliche Grundlage unserer Lebensart.
Unsere Selbstversorgung mit Lebensmitteln, die wir in unserem unmittelbaren Umfeld erzeugen, ist ein wichtiger Teil unserer gemeinsamen Identität. Es macht uns große Freude, dass wir 80 bis 90% unseres Lebensmittelbedarfs aus der eigenen biologischen Landwirtschaft und Verarbeitung decken können. In einer bestmöglichen Ernährung sehen wir nämlich eine wesentliche Grundlage für unser aller Gesundheit.
Unsere Gemeinsamkeit ist ausschlaggebend, um unserem hohen Anspruch bei allen tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln gerecht werden zu können und um unsere Versorgung durch die gemeinsame Bewirtschaftung unserer Flächen und Veredelung unserer Produkte abzusichern.
In Sachen Bekleidung entstehen in unserer Textilwerkstatt immer wieder Einzelstücke aus möglichst qualitativen, ökologischen Stoffen, die dem Träger oder der Trägerin dann je nach Anforderung und Persönlichkeit auf den Leib geschneidert werden. Neben Kleidungsstücken entstehen bei Bedarf auch Vorhänge, Tischdackerl, Taschen und andere nützliche und dekorative textile Werke.
Unser Wohnen betreffend bietet die gut ausgestattete Holzwerkstatt in Kombination mit unserer Metallwerkstatt viele projektinterne Möglichkeiten zur Lebensraumgestaltung, was die Herstellung von Kunsthandwerk miteinschließt.
Die Wärme in unseren Räumen kommt von unserem Heizkraftwerk, das wir mit Hackschnitzeln aus heimischen Wäldern speisen. Unseren Wasserbedarf sichern wir durch Trink- und Nutzwasserbrunnen, unsere Entsorgung durch die hauseigene Kläranlage. Außerdem sind wir mit unseren Photovoltaikanlagen mittlerweile imstande, mind. 60% unseres Strombedarfs durch die Sonne abzudecken.

Die eigenen Kinder waren 1995 wesentliche Motivation und Auslöser für die Gründergeneration des PAN-Projekts, den kleinen Fessl-Hof in Harmannstein zu kaufen. In den mittlerweile über dreißig Jahren sind die Kinder von damals zu Erwachsenen von heute geworden. Und auch diese zweite PAN-Generation will ihr Leben gestalten, geht Partnerschaften ein und – wie könnte es anders sein – wird Eltern.
Über die Jahre hinweg kam bei unzähligen Veranstaltungen immer wieder die Frage an die erste PAN-Generation heran: „Wie wird das einmal bei euren Jungen sein mit Partnerschaft in einem gemeinschaftlichen Umfeld?“
Unsere Antwort damals: „Wir wissen es nicht!“
Und wenn sich auch heute die Antwort erst Schritt für Schritt eröffnet, so tut sie es doch verlässlich. So erlauben uns Hanna und Michael-Johannes in diesem Zusammenhang einen Blick auf ihr Elternsein und darauf, was der im Februar geborene Sohn Jaron Nathan in ihr Leben gebracht hat.
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Wie kann man sich als Außenstehender eure Lebenssituation als Jungfamilie im PAN-Projekt vorstellen?
Michael-Johannes:
Unsere Lebenssituation kann man sich als eine kleine Zelle in einem großen Organismus vorstellen. Zu unserer kleinen Zelle gehört zum Beispiel unsere Wohnung, in der wir zu dritt leben, unser kleiner Haushalt und meine selbständige Tätigkeit als Grafiker/Webdesigner. Das ist alles Teil unseres "Familien-Raums". Gleichzeitig ist diese Zelle aber verbunden mit dem größeren Organismus der PAN-Gemeinschaft und des PAN-Projekts.
Die Verbindungen sind vielfältig und manchmal sind Familie, Gemeinschaft und Projekt gar nicht so leicht voneinander zu trennen, weil vieles selbstverständlich ineinanderfließt. Mein Büro ist zum Beispiel in unserem Firmengebäude, wo ich auch viel für unsere eigenen Firmen tätig bin. Mit vielen anderen Gemeinschaftsmitgliedern teilen wir uns einen gemeinsamen Fuhrpark und gemeinsam genutzte Räume. Beim Mittagessen kommen wir mit allen anderen zusammen, während Frühstück und Abendessen meistens in unserem familiären Rahmen stattfinden.

Was ist für jeden von euch das ganz Besondere am Vater- bzw. Muttersein?
Hanna:
Für mich ist das ganz Besondere am Muttersein, dass ich nicht nur aus der ersten Reihe beobachte, wie sich ein Mensch entwickelt, sondern dass ich sozusagen selbst mit auf der Bühne stehe. Das fasziniert mich jeden Tag. Ich finde, es ist wirklich ein Wunder, wie Kinder in diese Welt kommen. Man begleitet dieses kleine Kind von Anfang an und erlebt jeden Tag, wie dieser Mensch wächst, sich entwickelt und etwas Neues lernt. Es ist etwas ganz anderes, Kinder nur zu beobachten, als selbst ein Kind zu haben und bei jeder Entwicklungsphase dabei zu sein.
Besonders ist für mich auch, wie ich mich selbst dabei erlebe. Als Mama entdeckt man so viele neue Gefühlswelten und man entwickelt sich auch selbst weiter. Man wächst innerlich mit dem Kind mit. Früher habe ich oft gelesen, dass frischgebackene Mütter unendlich viel Liebe zu ihrem Kind empfinden können. Jetzt verstehe ich, wovon diese Frauen gesprochen haben. Man kann schon sagen, dass ich in mein Kind verliebt bin. Ich spüre jeden Tag so viel Liebe, wenn ich meinen Sohn anschaue. Es ist, als ob das Herz einfach größer geworden ist.
Damit es nicht zu süß klingt, muss ich aber sagen: Natürlich gibt es auch Phasen, in denen ich müde, verzweifelt oder genervt bin. Das gehört dazu. Aber auch in diesen Momenten versuche ich, zu wachsen und meine Persönlichkeit reifen zu lassen. Mein Wunsch, für meinen Sohn eine gute Mama zu sein, ist dabei eine große Motivation.
Michael-Johannes:
Das Besondere am Vatersein ist für mich gar nicht so leicht zu beschreiben. Es ist, als hätte sich gleichzeitig sehr viel und sehr wenig verändert. Sehr viel hat sich ganz praktisch verändert: wie ich meine Zeit einteile, worauf ich achte und was im Alltag wichtig ist. Ich versuche, mir möglichst viel Zeit für Jaron und Hanna zu nehmen, und bin sehr dankbar, dass mir das möglich ist – einerseits durch meinen Beruf, andererseits durch das Leben in der Gemeinschaft. Vieles, was eine junge Familie im Alltag sonst zusätzlich fordert, wird bei uns mitgetragen: Unsere Wäsche wird großteils in der Wäscherei mitgewaschen, und wir können die guten Speisen aus der Gemeinschaftsküche genießen, statt jeden Tag selbst kochen zu müssen. Überraschenderweise ist aber auch vieles gleich geblieben – zumindest an der Oberfläche. Ich bin jetzt sehr gern Papa und ich mache viele Papa-Dinge. Aber ich hatte, vielleicht durch Erzählungen anderer, erwartet, dass sich das Leben mit Kind einfach komplett anders anfühlen würde. Stattdessen fühlt es sich oft einfach an wie mein Leben vorher – nur eben mit Kind.
Ich spüre deutlich, dass mich das Vatersein von innen heraus prägt und mir ein neues Selbstverständnis gibt. Ich empfinde eine tiefe Motivation, diesem kleinen Menschen zu helfen, mit Freude und Offenheit sein Leben und die Welt entdecken zu können und das verändert, wie ich an viele Situationen in meinem Alltag herangehe.

Was möchtet ihr allem voran eurem Kind mit auf seinen Weg geben?
Hanna:
Ich möchte Jaron mit auf den Weg geben, dass er sehr gerne Mensch ist und sein Leben als Wunder und als Geschenk empfindet. Ich wünsche mir, dass er mit einem offenen Herzen lebt und großes Vertrauen hat – zu den Menschen, zu sich selbst und auch zu Gott. Dass er tief in sich weiß: Ich bin geschützt, ich bin geliebt, ich bin geführt.
Ich möchte, dass er lernt, sich selbst gut zu spüren und aus seiner inneren Weisheit und Liebe heraus zu handeln und Entscheidungen zu treffen.
Ich wünsche mir, dass ihm die kindliche Faszination am Leben nie verloren geht. Und dass er immer Stabilität in sich finden kann. Dass er weiß: Wir sind nicht nur Menschen, sondern tragen in uns viel mehr und sind Teil von etwas viel Größerem.
Ich hoffe, dass ihm dieses Wissen viel Stabilität und Ruhe in sein Leben bringt.
Michael-Johannes:
Zur Taufe habe ich Jaron eine Karte geschrieben, in der eigentlich genau das steht, was ich ihm allem voran mitgeben möchte:
„Lebe frei! Spüre selber, wer du bist. Spür, wer aus deinem Herzen spricht.
Vertrau dir, dass du alles schaffst, was du dir vorgenommen hast.
Dein Leben ist ein großer Raum, den du gestalten darfst.
Mach die Tür weit auf! Lade deine Freunde ein!
Gestaltet mit Freude und Selbstvertrauen die Zeit, die euch entspricht!“

Du, Michael-Johannes, bist ja als Kind und Jugendlicher im PAN-Projekt aufgewachsen und hast auch die PAN-Freilandschule besucht. Was von dem damals Selbst-Erlebten wünschst du dir aus heutiger Sicht auch für deinen Sohn?
Michael-Johannes:
Ich wünsche mir für Jaron, dass er – im Rahmen seiner Möglichkeiten – mit seinen Freunden gestalten kann: um gemeinsam mit ihnen zu lernen, kreative Ideen zu verwirklichen, zu erleben, was daraus entsteht, und auch zu erfahren, wie man mit den Folgen des eigenen Tuns richtig umgeht.
Zu meinen vielen Ideen zählten früher zum Beispiel Fallgruben zu graben, Schanzen fürs Fahrrad zu bauen oder Zeichenroboter aus Lego zu konstruieren, um fälschungssichere Kritzeleien zu produzieren. Aber genauso gehörte dazu, zu dichten, Spiele und Geschichten zu erfinden und zu hinterfragen, warum das Leben funktioniert, wie es funktioniert.
Der Umgang mit Freunden und Vertrauensmenschen in jedem Alter hat mich gelehrt, mein Inneres auszudrücken und anderen zu vertrauen, ihnen zu verzeihen und selbst um Verzeihung zu bitten, zu führen und zu folgen. Die Zeit in der PAN-Freilandschule war für mein "Lernen-lernen" besonders prägend.
Ich hatte eine wunderbare Kindheit. Und Jaron und seine Freunde sollen die ihre bekommen. Eine Kindheit, die ihnen hilft, sich irgendwann als Erwachsene richtig gut zu kennen und sich selbst zu mögen.
Du, liebe Hanna, stammst aus der Ukraine und bist für deine Studienjahre nach Deutschland gezogen, wo du Michael-Johannes kennen und lieben gelernt hast. Mittlerweile lebst du seit fünf Jahren hier in Harmannstein in einem Haus mit vielen Menschen. Wie geht es dir dabei – vor allem jetzt als junge Mutter?
Hanna:
Früher wusste ich gar nicht wirklich, dass es so etwas gibt – ein Leben in Gemeinschaft. Vielleicht hatte ich schon einmal davon gehört, aber ich habe es nicht richtig wahrgenommen, dass Menschen wirklich so leben können. Ehrlich gesagt hat mich das damals auch nicht interessiert, weil ich eher eine Einzelgängerin war.
Erst als ich Michael-Johannes kennengelernt habe und gesehen habe, wie überzeugt und fasziniert er von dieser Lebensart ist, hat er auch in mir das Interesse geweckt, das selbst kennenzulernen. Mein Motto im Leben ist eigentlich immer, offen zu sein und nicht gleich etwas auszuschließen oder zu sagen: „Das ist schlecht.“ Wenn mich etwas interessiert, möchte ich selbst Erfahrungen machen, um mir meine eigene Meinung dazu zu bilden.
In diesen fünf Jahren habe ich verschiedene Momente erlebt. Wenn ich es ganz kurz zusammenfassen müsste, würde ich sagen: Ich bin sehr dankbar und froh, dass mir das Leben auch diese Erfahrung gezeigt hat. Dass so ein gemeinsames Leben überhaupt möglich ist.
Durch das Leben in Gemeinschaft habe ich für mich und meine Persönlichkeit sehr viel gewonnen. Bei manchen Themen bin ich mir nicht sicher, ob ich als alleinstehender Mensch den Mut gehabt hätte, mich selbst so zu pushen und mich weiterzuentwickeln. Auf jeden Fall habe ich sehr viel gelernt.
Ich habe auch verstanden, dass Gemeinschaft nichts Starres ist. Gemeinschaft besteht aus Menschen. Sie ist kein festes System mit starren Regeln, sondern, wenn sich die Menschen verändern, verändert sich auch das Gemeinsame. Das Gemeinsame ist für mich eine Summe von einzelnen Menschen. Und genau das habe ich in den letzten fünf Jahren sehr stark erlebt.
Ganz am Anfang habe ich mir das gemeinschaftliche Leben für mich so erklärt: Ich habe einfach eine große Familie. Es sind Menschen da, die für mich Familie und Freunde sind. Seitdem ist es für mich viel verständlicher und leichter geworden, mich zwischen den Menschen hier zu bewegen. Ich mag jeden einzelnen bei uns und es ist mir wichtig, zu jedem eine harmonische Beziehung und Verständnis füreinander zu haben. Jeder hier hat seinen eigenen Charakter, aber ich kann in jedem etwas finden, wozu ich eine Verbindung spüre. Natürlich ist das sehr individuell und bei manchen mehr, bei manchen weniger deutlich. Aber insgesamt fühle ich mich von den Menschen in der Gemeinschaft unterstützt, freundlich und herzlich aufgenommen.
Vor allem jetzt als Mutter finde ich es sehr schön, dass man so viel Unterstützung hat. Wir haben hier viele Mütter, und allein dadurch gibt es viel Erfahrung und Austausch. Auch ganz praktisch ist es eine große Hilfe. Wenn zum Beispiel Sonnja und Doris in der Küche für uns kochen, profitieren wir sehr davon. Oder wenn Martha unsere Wäsche wäscht – das ist wirklich eine große Unterstützung für uns.
Aber es geht nicht nur um praktische Hilfe, sondern auch um Erfahrungen, die man durch andere Menschen mitbekommt. Zum Beispiel hätte ich früher nie gedacht, dass ich eine Hausgeburt haben möchte oder dass das überhaupt möglich ist. Aber dadurch, dass andere Frauen hier Hausgeburten hatten, habe ich mich auch dafür entschieden. Und ich bereue es überhaupt nicht. Für mich war das ein sehr schönes Erlebnis.
Sehr viel Unterstützung und Hilfe bekomme ich auch von Gabi, die selbst drei kleine Kinder hat. Bei ihr finde ich viel Verständnis für meine Situation als junge Mutter. Ich bin auch froh, dass wir hier Annalena, Tamara und Marlin haben. Wenn Jaron ein bisschen älter wird, kann er mit ihnen spielen, und das finde ich sehr schön. Mit den kleinen Mädchen habe ich mich auch ein bisschen auf das Muttersein vorbereitet, indem ich früher mit ihnen einmal pro Woche den ganzen Nachmittag verbracht habe.
Außerdem gibt es hier viele Kindersachen, die wir mitnutzen dürfen. Auch das ist eine großartige Hilfe für eine junge Familie.

Gibt es für eure Partnerschaft in eurem gemeinschaftlichen Umfeld besondere Herausforderungen?
Michael-Johannes:
Eine besondere Herausforderung liegt für uns sicher darin, dass ich einfach ein Gemeinschaftsmensch bin. Wenn Hanna auf mich wartet, aber jemand etwas Dringendes braucht oder es etwas Wichtiges zu besprechen gibt, komme ich manchmal in einen Prioritätenkonflikt. In einem Haus mit vielen Menschen passiert das gar nicht so selten. Es gibt viele Begegnungen, viele Anliegen, viele Momente, in denen etwas gerade wichtig erscheint.
Hanna übt dabei Geduld mit mir. Und ich übe, dass nicht immer alles sofort sein muss.
Generell finde ich aber die Möglichkeiten als Familie im gemeinschaftlichen Umfeld viel größer als die Herausforderungen. Aber ich bin ja auch so aufgewachsen.
Hanna:
Das stimmt. Aber zur Verteidigung muss ich sagen, dass ich selbst auch so sein kann und gerne mit anderen rede, auch wenn ich es eigentlich eilig habe.
Manches, was mich am Anfang gestört hat, hat sich inzwischen verändert – oder ich habe meine Meinung dazu geändert. Der unflexiblere Tagesablauf, die vielen Besprechungen, das Frühstück um 7 Uhr – damit habe ich meine eigenen Prozesse gehabt.
Welche Vor- bzw. Nachteile seht ihr in eurer Lebensart, die ja nicht nur den Lebenspartner, sondern auch andere Mit-Menschen langfristig miteinbezieht?
Die Challenge – oder für manche vielleicht „der Nachteil“ – ist natürlich, dass man sich bei einem Leben in Gemeinschaft in vielen Dingen mit anderen abstimmen muss. Dazu muss man bereit sein. Und man muss den Nerv dafür haben, sich immer wieder in einem großen Feld unterschiedlicher persönlicher Interessen und Ausrichtungen zu befinden. Manche Prozesse werden dadurch mühsam und schwierig.
Belohnt wird man aber – wenn alle an einem harmonischen Miteinander interessiert sind – durch ein warmes, lebendiges Umfeld, durch das Gefühl, Teil von etwas größerem Gemeinsamen sein zu dürfen und durch eine unglaubliche gemeinsame Power, die entsteht, wenn sich die Verschiedenheiten der Beteiligten auf ein gemeinsames Ziel ausrichten.


Ich möchte diesen Artikel mit den Worten unserer Standesbeamtin Gabriele Stimmeder beginnen, die uns beiden mit ihrem oberösterreichischen Dialekt und ihrer herzlichen und warmen Art und Weise bereits beim ersten Vorbereitungsgespräch schon an Herz gewachsen ist:
„Liebe Stefanie, lieber Mattias!
Manchmal beginnen de schönsten Liebesg’schicht‘n ganz unscheinbar. Ned mit großem Kino, sondern mit ana kloanen Nachricht, einem einfach’n Zeichen, des plötzlich alles verändert. A eier Geschichte hat ganz einfach ang’fanga. Mattias war es, der mit an 😊 genau heute vor vier Jahren den ersten Schritt g’macht hat. A Monat später habt’s ihr eich zum erst’n Mal getroff’n: a gemeinsamer Spaziergang bei de malerischen Rosenhofteiche – die vo vielen wunderschönen, mächtigen Bäumen umgeben san. Anschließend wart’s ihr a Eis essen in Langschlag. Schon beim erst’n Kennalerna zoagt se wohl, dass eier Beziehung net perfekt, sondern wunderbar einfach und echt sein wird. Es war desmal net da Mattias derjenige, dem a kloanes Missgeschick passiert is – sondern die Stefanie – sie war’s nämlich, de se z‘erst mit dem Eis an’patzt hat. Vielleicht war genau des da perfekte Anfang – weil echte Liebe net vo Perfektion lebt, sondern vo gemeinsamen Momenten, über die ma a Jahre später nu lacha kann.
Heit – vier Jahre später – seid’s ihr da an’kumma. Zwoa Menschen – tief verwurzelt, bodenständig, verlässlich, echt.“

Wir haben unsere Hochzeit am 6.6. mit der standesamtlichen Trauung im Haus am Ring in Bad Leonfelden gefeiert. Im kleinen Kreis unserer Familien und Freunde war die Stimmung unglaublich schön und herzlich. Meine Freundin Bernadette und Gabi, meine Trauzeugin, haben mit Klavier und Gesang unsere Feier sehr berührend umrahmt.
Bei der anschließenden Agape und dem äußerst leckeren Essen in der Waldschenke am Sternstein haben wir uns inmitten unserer Freunde sehr, sehr wohl gefühlt. Den Nachmittag haben wir dann alle gemeinsam bei meinen Schwiegereltern verbracht, wo Humor, Freudentränen, herzliche Worte, Musik und Gemütlichkeit die Zeit wie im Flug vergehen lassen haben.
Auch wenn wir die darauffolgenden Tage noch gebraucht haben, um alles zu verarbeiten und wirklich ankommen zu lassen, erinnere ich mich gerne daran zurück und weiß für mich, dieser Tag war ein ganz besonderer und wird uns beiden noch lange in Erinnerung bleiben.


Manche Tage bleiben einem garantiert so im Gedächtnis, dass man sich viele Jahre später noch über die Erinnerungen daran freut. Genau so ein Tag war die Hochzeit von Johannes „Joe“ und Eva Maria am 13. Juni 2026, die sich im Kreis ihrer Lieben am Standesamt Horn das Ja-Wort gegeben haben. Danach wurde gemeinsam im Kulturstadl Göpfritz angestoßen, gelacht und gefeiert – vom Sektempfang zu Mittag bis spät hinein in die Nacht.
Wer Joe kennt, weiß: Er ist keiner, der viele Worte nötig hat. Verlässlich, hilfsbereit, humorvoll und immer da, wenn man ihn braucht. Umso schöner war es zu sehen, wie glücklich ihn dieser Tag gemacht hat – und wie selbstverständlich Eva Maria an seiner Seite steht. Auch in den Ansprachen der Trauzeugen Anna und Markus wurde genau das spürbar: viel Wertschätzung, viele gemeinsame Erinnerungen und natürlich auch viel zu schmunzeln.
Nach dem Mittagessen und kurzer Erholungspause mit Kaffee und Kuchen (in Hülle und Fülle) verflog die Zeit mit lustigen und aktiven Spielen, Gesprächen und herzlichen Momenten bis zu einem besonderen Höhepunkt: dem Hochzeitstanz, für den Joe und Eva Maria extra mit unseren passionierten Tänzern Doris und Markus geübt hatten.
Für Joe und Eva Maria beginnt mit diesem denkwürdigen Tag nun ein neuer gemeinsamer Lebensabschnitt als Familie.
Vielen Dank an euch, Eva Maria und Joe, für die Einladung der ganzen großen PAN-Familie und von Herzen alles Gute für eure gemeinsame Zukunft!


Vom Anfang eines Gedankens...
Ich erinnere mich zurück. Wie war das eigentlich ganz am Anfang?
Im April 2019 saßen wir bei der Saatgutinventur zusammen und blickten auf das kommende herausfordernde Gartenjahr. Wir waren uns einig, dass wir als Gartenteam Unterstützung brauchten. Also stürzten wir uns ganz spontan in das Abenteuer, Menschen zu finden, die gerne Zeit in der Natur verbringen, einfache Arbeit schätzen und an nützlichem und sinnstiftendem Tun im Team Freude haben: Beim Jungpflanzenziehen, Pflegen, Ernten, im Stall oder beim gemeinsamen Kochen und Verarbeiten der Lebensmittel.
Die Idee war ganz praktisch. Wir brauchten Unterstützung am Hof, während andere Menschen neue Erfahrungen suchten. Ein einfaches Geben und Nehmen. Täglich ein paar Stunden Mithilfe im Tausch gegen Unterkunft, gutes und gesundes Essen und Anteilnahme am vielfältigen und gemeinsamen Leben im PAN-Projekt. "Workaway" heißt die Plattform, die Gastgeber und Gäste dieser Art zusammenbringt und die in den vergangenen Jahren Menschen aus vielen nahen und fernen Teilen der Welt zu uns geführt hat.

... zu einem Weg der Begegnungen
Doch aus diesem praktischen Austausch wurde mehr... Denn all die „helfenden Hände“ waren Menschen mit so vielen Geschichten, Perspektiven, Fragen und Ideen. Und stets ging es um weit mehr als „nur“ um die Gartenarbeit. Stattdessen entstanden viele echte und wertvolle menschliche Begegnungen und ein Austausch, der mir wirklich Freude machte. Denn all diese Menschen funktionierten nicht einfach nur in ihrer helfenden Rolle, sondern begannen sich stets mit jedem Gespräch, jeder gemeinsamen Arbeitsstunde, jedem Lachen oder jeder Diskussion mehr zu öffnen und zu zeigen. Es ging plötzlich um das Gefühl, gesehen zu werden, und gleichzeitig den anderen so kennenzulernen wie er ist – ihn wahrzunehmen mit seinen Prioritäten, Gedanken, Talenten und auch seinen „Packerln“, die er in seinem Leben zu tragen hat.
Warum mir das Workaway-Projekt soviel bedeutet?
Wenn ich abends im Bett liege und darüber nachdenke, was gerade jeden Tag in der Welt passiert – wie viel Trennung, Unsicherheit, Schnelllebigkeit, oft auch Oberflächlichkeit sich zwischen uns Menschen drängt – dann habe ich das dringende Bedürfnis, etwas daran zu ändern. Mitzugestalten an einem Ort, der ein Gegenpol zu all dem sein soll.
Darin, die Natur besser zu verstehen und gemeinsam wahrzunehmen, sehe ich eine große Chance, dass dieses Vorhaben auf eine ganz natürliche und einfache Art einen Weg bekommt – wie von selbst. Denn die Natur bietet uns die Möglichkeit, anzukommen und einmal so richtig tief durchzuatmen. Nicht nur körperlich, sondern auch innerlich. Sie umgibt uns mit tausenden Möglichkeiten, Gemeinschaftlichkeit ein bisschen besser zu erleben und zu verstehen, denn nichts in der Natur steht nur für sich allein. Alles braucht einander, um sich zu entwickeln!

... es sind die kleinen Dinge!
Natürlich ändert sich durch dieses Projekt auch für mich persönlich so einiges. Ich lerne unglaublich viel über mich selbst, über Menschen, Vertrauen und Loslassen. Und darüber, dass Wachstum eben nicht nur im Garten passiert, denn jede Begegnung hinterlässt ihre Spuren.
Manchmal sind es kleine Dinge. Eine neue Sichtweise oder ein Gedanke, der bleibt und das eigene Leben bereichert. Manchmal entstehen Freundschaften, die uns weit über den Aufenthalt hinaus begleiten und stärken.
Und manchmal bleibt einfach das Gefühl, Teil von etwas Größerem gewesen zu sein. Damit meine ich nicht nur den Garten oder das Projekt selbst, sondern das, was zwischen Menschen entsteht. Gemeinschaft. Zugehörigkeit. Verbundenheit.
Viele Menschen verlassen unser PAN-Projekt mit dem Gefühl, ein kleines Stück Zuhause gefunden zu haben und genau das berührt mich jedes Mal aufs Neue.

Ein Blick zurück zum Start...
War das von Anfang an meine Vision? Nein!
Und genau das macht es heute so besonders für mich, denn nichts davon war so geplant.
Was als einfache Unterstützung im Garten begann, ist zu einer großen Sammlung wirklich schöner Augenblicke herangewachsen. Fremde aus unterschiedlichsten Ländern und Lebensrealitäten kommen zusammen, teilen Erfahrungen, lernen voneinander und wachsen miteinander... werden zu Freunden.
Ich bin von Herzen dankbar, Teil davon zu sein. Nicht, weil ich glaube, damit die große Welt zu retten, sondern weil ich überzeugt davon bin, dass genau solche kleinen Räume große Chancen schaffen. Wo Menschen sich gesehen, verbunden und zuhause fühlen, ist es leichter, mit Liebe zu leben und dieses Gefühl weit hinaus in die Welt zu tragen.
Darum lasst es uns immer in Erinnerung behalten – manchmal beginnt Veränderung nicht mit großen Ideen, sondern mit einer offenen Tür, einem Stück Land und der Bereitschaft, Menschen willkommen zu heißen.
Reisemodus unserer Gäste: Manche kommen gezielt zu uns als einziges Reiseziel ihres Workaway-Trips, für manche sind wir eine Station einer längeren Workaway-Reise von Host zu Host (viele junge Menschen nutzen z.B. ihr "Gap-Year" vor dem Studium, um die Welt per Workaway zu bereisen und neue Orte kennenzulernen)
Aufenthaltsdauer: meist 3 – 6 Wochen
Aus diesen Ländern hatten wir bereits Besuch: Norwegen, Ungarn, Polen, Deutschland, Luxemburg, Niederlande, Frankreich, Schweiz, Österreich, Tschechien, Ukraine, USA, Kanada, Argentinien, Australien, Neuseeland, Taiwan... (und heuer kommen wieder weitere dazu)
Umgang mit englischsprachigen Gästen: Je nach persönlichen Fähigkeiten und Interessen genießen wir den Austausch auf Englisch, nutzen die Gelegenheit zum Üben oder freuen uns auf die nächsten deutschsprachigen Gäste 🙂

Die eigenen Kinder waren 1995 wesentliche Motivation und Auslöser für die Gründergeneration des PAN-Projekts, den kleinen Fessl-Hof in Harmannstein zu kaufen. In den mittlerweile über dreißig Jahren sind die Kinder von damals zu Erwachsenen von heute geworden. Und auch diese zweite PAN-Generation will ihr Leben gestalten, geht Partnerschaften ein und – wie könnte es anders sein – wird Eltern.
Über die Jahre hinweg kam bei unzähligen Veranstaltungen immer wieder die Frage an die erste PAN-Generation heran: „Wie wird das einmal bei euren Jungen sein mit Partnerschaft in einem gemeinschaftlichen Umfeld?“
Unsere Antwort damals: „Wir wissen es nicht!“
Und wenn sich auch heute die Antwort erst Schritt für Schritt eröffnet, so tut sie es doch verlässlich. So erlauben uns Hanna und Michael-Johannes in diesem Zusammenhang einen Blick auf ihr Elternsein und darauf, was der im Februar geborene Sohn Jaron Nathan in ihr Leben gebracht hat.
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Wie kann man sich als Außenstehender eure Lebenssituation als Jungfamilie im PAN-Projekt vorstellen?
Michael-Johannes:
Unsere Lebenssituation kann man sich als eine kleine Zelle in einem großen Organismus vorstellen. Zu unserer kleinen Zelle gehört zum Beispiel unsere Wohnung, in der wir zu dritt leben, unser kleiner Haushalt und meine selbständige Tätigkeit als Grafiker/Webdesigner. Das ist alles Teil unseres "Familien-Raums". Gleichzeitig ist diese Zelle aber verbunden mit dem größeren Organismus der PAN-Gemeinschaft und des PAN-Projekts.
Die Verbindungen sind vielfältig und manchmal sind Familie, Gemeinschaft und Projekt gar nicht so leicht voneinander zu trennen, weil vieles selbstverständlich ineinanderfließt. Mein Büro ist zum Beispiel in unserem Firmengebäude, wo ich auch viel für unsere eigenen Firmen tätig bin. Mit vielen anderen Gemeinschaftsmitgliedern teilen wir uns einen gemeinsamen Fuhrpark und gemeinsam genutzte Räume. Beim Mittagessen kommen wir mit allen anderen zusammen, während Frühstück und Abendessen meistens in unserem familiären Rahmen stattfinden.

Was ist für jeden von euch das ganz Besondere am Vater- bzw. Muttersein?
Hanna:
Für mich ist das ganz Besondere am Muttersein, dass ich nicht nur aus der ersten Reihe beobachte, wie sich ein Mensch entwickelt, sondern dass ich sozusagen selbst mit auf der Bühne stehe. Das fasziniert mich jeden Tag. Ich finde, es ist wirklich ein Wunder, wie Kinder in diese Welt kommen. Man begleitet dieses kleine Kind von Anfang an und erlebt jeden Tag, wie dieser Mensch wächst, sich entwickelt und etwas Neues lernt. Es ist etwas ganz anderes, Kinder nur zu beobachten, als selbst ein Kind zu haben und bei jeder Entwicklungsphase dabei zu sein.
Besonders ist für mich auch, wie ich mich selbst dabei erlebe. Als Mama entdeckt man so viele neue Gefühlswelten und man entwickelt sich auch selbst weiter. Man wächst innerlich mit dem Kind mit. Früher habe ich oft gelesen, dass frischgebackene Mütter unendlich viel Liebe zu ihrem Kind empfinden können. Jetzt verstehe ich, wovon diese Frauen gesprochen haben. Man kann schon sagen, dass ich in mein Kind verliebt bin. Ich spüre jeden Tag so viel Liebe, wenn ich meinen Sohn anschaue. Es ist, als ob das Herz einfach größer geworden ist.
Damit es nicht zu süß klingt, muss ich aber sagen: Natürlich gibt es auch Phasen, in denen ich müde, verzweifelt oder genervt bin. Das gehört dazu. Aber auch in diesen Momenten versuche ich, zu wachsen und meine Persönlichkeit reifen zu lassen. Mein Wunsch, für meinen Sohn eine gute Mama zu sein, ist dabei eine große Motivation.
Michael-Johannes:
Das Besondere am Vatersein ist für mich gar nicht so leicht zu beschreiben. Es ist, als hätte sich gleichzeitig sehr viel und sehr wenig verändert. Sehr viel hat sich ganz praktisch verändert: wie ich meine Zeit einteile, worauf ich achte und was im Alltag wichtig ist. Ich versuche, mir möglichst viel Zeit für Jaron und Hanna zu nehmen, und bin sehr dankbar, dass mir das möglich ist – einerseits durch meinen Beruf, andererseits durch das Leben in der Gemeinschaft. Vieles, was eine junge Familie im Alltag sonst zusätzlich fordert, wird bei uns mitgetragen: Unsere Wäsche wird großteils in der Wäscherei mitgewaschen, und wir können die guten Speisen aus der Gemeinschaftsküche genießen, statt jeden Tag selbst kochen zu müssen. Überraschenderweise ist aber auch vieles gleich geblieben – zumindest an der Oberfläche. Ich bin jetzt sehr gern Papa und ich mache viele Papa-Dinge. Aber ich hatte, vielleicht durch Erzählungen anderer, erwartet, dass sich das Leben mit Kind einfach komplett anders anfühlen würde. Stattdessen fühlt es sich oft einfach an wie mein Leben vorher – nur eben mit Kind.
Ich spüre deutlich, dass mich das Vatersein von innen heraus prägt und mir ein neues Selbstverständnis gibt. Ich empfinde eine tiefe Motivation, diesem kleinen Menschen zu helfen, mit Freude und Offenheit sein Leben und die Welt entdecken zu können und das verändert, wie ich an viele Situationen in meinem Alltag herangehe.

Was möchtet ihr allem voran eurem Kind mit auf seinen Weg geben?
Hanna:
Ich möchte Jaron mit auf den Weg geben, dass er sehr gerne Mensch ist und sein Leben als Wunder und als Geschenk empfindet. Ich wünsche mir, dass er mit einem offenen Herzen lebt und großes Vertrauen hat – zu den Menschen, zu sich selbst und auch zu Gott. Dass er tief in sich weiß: Ich bin geschützt, ich bin geliebt, ich bin geführt.
Ich möchte, dass er lernt, sich selbst gut zu spüren und aus seiner inneren Weisheit und Liebe heraus zu handeln und Entscheidungen zu treffen.
Ich wünsche mir, dass ihm die kindliche Faszination am Leben nie verloren geht. Und dass er immer Stabilität in sich finden kann. Dass er weiß: Wir sind nicht nur Menschen, sondern tragen in uns viel mehr und sind Teil von etwas viel Größerem.
Ich hoffe, dass ihm dieses Wissen viel Stabilität und Ruhe in sein Leben bringt.
Michael-Johannes:
Zur Taufe habe ich Jaron eine Karte geschrieben, in der eigentlich genau das steht, was ich ihm allem voran mitgeben möchte:
„Lebe frei! Spüre selber, wer du bist. Spür, wer aus deinem Herzen spricht.
Vertrau dir, dass du alles schaffst, was du dir vorgenommen hast.
Dein Leben ist ein großer Raum, den du gestalten darfst.
Mach die Tür weit auf! Lade deine Freunde ein!
Gestaltet mit Freude und Selbstvertrauen die Zeit, die euch entspricht!“

Du, Michael-Johannes, bist ja als Kind und Jugendlicher im PAN-Projekt aufgewachsen und hast auch die PAN-Freilandschule besucht. Was von dem damals Selbst-Erlebten wünschst du dir aus heutiger Sicht auch für deinen Sohn?
Michael-Johannes:
Ich wünsche mir für Jaron, dass er – im Rahmen seiner Möglichkeiten – mit seinen Freunden gestalten kann: um gemeinsam mit ihnen zu lernen, kreative Ideen zu verwirklichen, zu erleben, was daraus entsteht, und auch zu erfahren, wie man mit den Folgen des eigenen Tuns richtig umgeht.
Zu meinen vielen Ideen zählten früher zum Beispiel Fallgruben zu graben, Schanzen fürs Fahrrad zu bauen oder Zeichenroboter aus Lego zu konstruieren, um fälschungssichere Kritzeleien zu produzieren. Aber genauso gehörte dazu, zu dichten, Spiele und Geschichten zu erfinden und zu hinterfragen, warum das Leben funktioniert, wie es funktioniert.
Der Umgang mit Freunden und Vertrauensmenschen in jedem Alter hat mich gelehrt, mein Inneres auszudrücken und anderen zu vertrauen, ihnen zu verzeihen und selbst um Verzeihung zu bitten, zu führen und zu folgen. Die Zeit in der PAN-Freilandschule war für mein "Lernen-lernen" besonders prägend.
Ich hatte eine wunderbare Kindheit. Und Jaron und seine Freunde sollen die ihre bekommen. Eine Kindheit, die ihnen hilft, sich irgendwann als Erwachsene richtig gut zu kennen und sich selbst zu mögen.
Du, liebe Hanna, stammst aus der Ukraine und bist für deine Studienjahre nach Deutschland gezogen, wo du Michael-Johannes kennen und lieben gelernt hast. Mittlerweile lebst du seit fünf Jahren hier in Harmannstein in einem Haus mit vielen Menschen. Wie geht es dir dabei – vor allem jetzt als junge Mutter?
Hanna:
Früher wusste ich gar nicht wirklich, dass es so etwas gibt – ein Leben in Gemeinschaft. Vielleicht hatte ich schon einmal davon gehört, aber ich habe es nicht richtig wahrgenommen, dass Menschen wirklich so leben können. Ehrlich gesagt hat mich das damals auch nicht interessiert, weil ich eher eine Einzelgängerin war.
Erst als ich Michael-Johannes kennengelernt habe und gesehen habe, wie überzeugt und fasziniert er von dieser Lebensart ist, hat er auch in mir das Interesse geweckt, das selbst kennenzulernen. Mein Motto im Leben ist eigentlich immer, offen zu sein und nicht gleich etwas auszuschließen oder zu sagen: „Das ist schlecht.“ Wenn mich etwas interessiert, möchte ich selbst Erfahrungen machen, um mir meine eigene Meinung dazu zu bilden.
In diesen fünf Jahren habe ich verschiedene Momente erlebt. Wenn ich es ganz kurz zusammenfassen müsste, würde ich sagen: Ich bin sehr dankbar und froh, dass mir das Leben auch diese Erfahrung gezeigt hat. Dass so ein gemeinsames Leben überhaupt möglich ist.
Durch das Leben in Gemeinschaft habe ich für mich und meine Persönlichkeit sehr viel gewonnen. Bei manchen Themen bin ich mir nicht sicher, ob ich als alleinstehender Mensch den Mut gehabt hätte, mich selbst so zu pushen und mich weiterzuentwickeln. Auf jeden Fall habe ich sehr viel gelernt.
Ich habe auch verstanden, dass Gemeinschaft nichts Starres ist. Gemeinschaft besteht aus Menschen. Sie ist kein festes System mit starren Regeln, sondern, wenn sich die Menschen verändern, verändert sich auch das Gemeinsame. Das Gemeinsame ist für mich eine Summe von einzelnen Menschen. Und genau das habe ich in den letzten fünf Jahren sehr stark erlebt.
Ganz am Anfang habe ich mir das gemeinschaftliche Leben für mich so erklärt: Ich habe einfach eine große Familie. Es sind Menschen da, die für mich Familie und Freunde sind. Seitdem ist es für mich viel verständlicher und leichter geworden, mich zwischen den Menschen hier zu bewegen. Ich mag jeden einzelnen bei uns und es ist mir wichtig, zu jedem eine harmonische Beziehung und Verständnis füreinander zu haben. Jeder hier hat seinen eigenen Charakter, aber ich kann in jedem etwas finden, wozu ich eine Verbindung spüre. Natürlich ist das sehr individuell und bei manchen mehr, bei manchen weniger deutlich. Aber insgesamt fühle ich mich von den Menschen in der Gemeinschaft unterstützt, freundlich und herzlich aufgenommen.
Vor allem jetzt als Mutter finde ich es sehr schön, dass man so viel Unterstützung hat. Wir haben hier viele Mütter, und allein dadurch gibt es viel Erfahrung und Austausch. Auch ganz praktisch ist es eine große Hilfe. Wenn zum Beispiel Sonnja und Doris in der Küche für uns kochen, profitieren wir sehr davon. Oder wenn Martha unsere Wäsche wäscht – das ist wirklich eine große Unterstützung für uns.
Aber es geht nicht nur um praktische Hilfe, sondern auch um Erfahrungen, die man durch andere Menschen mitbekommt. Zum Beispiel hätte ich früher nie gedacht, dass ich eine Hausgeburt haben möchte oder dass das überhaupt möglich ist. Aber dadurch, dass andere Frauen hier Hausgeburten hatten, habe ich mich auch dafür entschieden. Und ich bereue es überhaupt nicht. Für mich war das ein sehr schönes Erlebnis.
Sehr viel Unterstützung und Hilfe bekomme ich auch von Gabi, die selbst drei kleine Kinder hat. Bei ihr finde ich viel Verständnis für meine Situation als junge Mutter. Ich bin auch froh, dass wir hier Annalena, Tamara und Marlin haben. Wenn Jaron ein bisschen älter wird, kann er mit ihnen spielen, und das finde ich sehr schön. Mit den kleinen Mädchen habe ich mich auch ein bisschen auf das Muttersein vorbereitet, indem ich früher mit ihnen einmal pro Woche den ganzen Nachmittag verbracht habe.
Außerdem gibt es hier viele Kindersachen, die wir mitnutzen dürfen. Auch das ist eine großartige Hilfe für eine junge Familie.

Gibt es für eure Partnerschaft in eurem gemeinschaftlichen Umfeld besondere Herausforderungen?
Michael-Johannes:
Eine besondere Herausforderung liegt für uns sicher darin, dass ich einfach ein Gemeinschaftsmensch bin. Wenn Hanna auf mich wartet, aber jemand etwas Dringendes braucht oder es etwas Wichtiges zu besprechen gibt, komme ich manchmal in einen Prioritätenkonflikt. In einem Haus mit vielen Menschen passiert das gar nicht so selten. Es gibt viele Begegnungen, viele Anliegen, viele Momente, in denen etwas gerade wichtig erscheint.
Hanna übt dabei Geduld mit mir. Und ich übe, dass nicht immer alles sofort sein muss.
Generell finde ich aber die Möglichkeiten als Familie im gemeinschaftlichen Umfeld viel größer als die Herausforderungen. Aber ich bin ja auch so aufgewachsen.
Hanna:
Das stimmt. Aber zur Verteidigung muss ich sagen, dass ich selbst auch so sein kann und gerne mit anderen rede, auch wenn ich es eigentlich eilig habe.
Manches, was mich am Anfang gestört hat, hat sich inzwischen verändert – oder ich habe meine Meinung dazu geändert. Der unflexiblere Tagesablauf, die vielen Besprechungen, das Frühstück um 7 Uhr – damit habe ich meine eigenen Prozesse gehabt.
Welche Vor- bzw. Nachteile seht ihr in eurer Lebensart, die ja nicht nur den Lebenspartner, sondern auch andere Mit-Menschen langfristig miteinbezieht?
Die Challenge – oder für manche vielleicht „der Nachteil“ – ist natürlich, dass man sich bei einem Leben in Gemeinschaft in vielen Dingen mit anderen abstimmen muss. Dazu muss man bereit sein. Und man muss den Nerv dafür haben, sich immer wieder in einem großen Feld unterschiedlicher persönlicher Interessen und Ausrichtungen zu befinden. Manche Prozesse werden dadurch mühsam und schwierig.
Belohnt wird man aber – wenn alle an einem harmonischen Miteinander interessiert sind – durch ein warmes, lebendiges Umfeld, durch das Gefühl, Teil von etwas größerem Gemeinsamen sein zu dürfen und durch eine unglaubliche gemeinsame Power, die entsteht, wenn sich die Verschiedenheiten der Beteiligten auf ein gemeinsames Ziel ausrichten.


Ich möchte diesen Artikel mit den Worten unserer Standesbeamtin Gabriele Stimmeder beginnen, die uns beiden mit ihrem oberösterreichischen Dialekt und ihrer herzlichen und warmen Art und Weise bereits beim ersten Vorbereitungsgespräch schon an Herz gewachsen ist:
„Liebe Stefanie, lieber Mattias!
Manchmal beginnen de schönsten Liebesg’schicht‘n ganz unscheinbar. Ned mit großem Kino, sondern mit ana kloanen Nachricht, einem einfach’n Zeichen, des plötzlich alles verändert. A eier Geschichte hat ganz einfach ang’fanga. Mattias war es, der mit an 😊 genau heute vor vier Jahren den ersten Schritt g’macht hat. A Monat später habt’s ihr eich zum erst’n Mal getroff’n: a gemeinsamer Spaziergang bei de malerischen Rosenhofteiche – die vo vielen wunderschönen, mächtigen Bäumen umgeben san. Anschließend wart’s ihr a Eis essen in Langschlag. Schon beim erst’n Kennalerna zoagt se wohl, dass eier Beziehung net perfekt, sondern wunderbar einfach und echt sein wird. Es war desmal net da Mattias derjenige, dem a kloanes Missgeschick passiert is – sondern die Stefanie – sie war’s nämlich, de se z‘erst mit dem Eis an’patzt hat. Vielleicht war genau des da perfekte Anfang – weil echte Liebe net vo Perfektion lebt, sondern vo gemeinsamen Momenten, über die ma a Jahre später nu lacha kann.
Heit – vier Jahre später – seid’s ihr da an’kumma. Zwoa Menschen – tief verwurzelt, bodenständig, verlässlich, echt.“

Wir haben unsere Hochzeit am 6.6. mit der standesamtlichen Trauung im Haus am Ring in Bad Leonfelden gefeiert. Im kleinen Kreis unserer Familien und Freunde war die Stimmung unglaublich schön und herzlich. Meine Freundin Bernadette und Gabi, meine Trauzeugin, haben mit Klavier und Gesang unsere Feier sehr berührend umrahmt.
Bei der anschließenden Agape und dem äußerst leckeren Essen in der Waldschenke am Sternstein haben wir uns inmitten unserer Freunde sehr, sehr wohl gefühlt. Den Nachmittag haben wir dann alle gemeinsam bei meinen Schwiegereltern verbracht, wo Humor, Freudentränen, herzliche Worte, Musik und Gemütlichkeit die Zeit wie im Flug vergehen lassen haben.
Auch wenn wir die darauffolgenden Tage noch gebraucht haben, um alles zu verarbeiten und wirklich ankommen zu lassen, erinnere ich mich gerne daran zurück und weiß für mich, dieser Tag war ein ganz besonderer und wird uns beiden noch lange in Erinnerung bleiben.


Manche Tage bleiben einem garantiert so im Gedächtnis, dass man sich viele Jahre später noch über die Erinnerungen daran freut. Genau so ein Tag war die Hochzeit von Johannes „Joe“ und Eva Maria am 13. Juni 2026, die sich im Kreis ihrer Lieben am Standesamt Horn das Ja-Wort gegeben haben. Danach wurde gemeinsam im Kulturstadl Göpfritz angestoßen, gelacht und gefeiert – vom Sektempfang zu Mittag bis spät hinein in die Nacht.
Wer Joe kennt, weiß: Er ist keiner, der viele Worte nötig hat. Verlässlich, hilfsbereit, humorvoll und immer da, wenn man ihn braucht. Umso schöner war es zu sehen, wie glücklich ihn dieser Tag gemacht hat – und wie selbstverständlich Eva Maria an seiner Seite steht. Auch in den Ansprachen der Trauzeugen Anna und Markus wurde genau das spürbar: viel Wertschätzung, viele gemeinsame Erinnerungen und natürlich auch viel zu schmunzeln.
Nach dem Mittagessen und kurzer Erholungspause mit Kaffee und Kuchen (in Hülle und Fülle) verflog die Zeit mit lustigen und aktiven Spielen, Gesprächen und herzlichen Momenten bis zu einem besonderen Höhepunkt: dem Hochzeitstanz, für den Joe und Eva Maria extra mit unseren passionierten Tänzern Doris und Markus geübt hatten.
Für Joe und Eva Maria beginnt mit diesem denkwürdigen Tag nun ein neuer gemeinsamer Lebensabschnitt als Familie.
Vielen Dank an euch, Eva Maria und Joe, für die Einladung der ganzen großen PAN-Familie und von Herzen alles Gute für eure gemeinsame Zukunft!


Vom Anfang eines Gedankens...
Ich erinnere mich zurück. Wie war das eigentlich ganz am Anfang?
Im April 2019 saßen wir bei der Saatgutinventur zusammen und blickten auf das kommende herausfordernde Gartenjahr. Wir waren uns einig, dass wir als Gartenteam Unterstützung brauchten. Also stürzten wir uns ganz spontan in das Abenteuer, Menschen zu finden, die gerne Zeit in der Natur verbringen, einfache Arbeit schätzen und an nützlichem und sinnstiftendem Tun im Team Freude haben: Beim Jungpflanzenziehen, Pflegen, Ernten, im Stall oder beim gemeinsamen Kochen und Verarbeiten der Lebensmittel.
Die Idee war ganz praktisch. Wir brauchten Unterstützung am Hof, während andere Menschen neue Erfahrungen suchten. Ein einfaches Geben und Nehmen. Täglich ein paar Stunden Mithilfe im Tausch gegen Unterkunft, gutes und gesundes Essen und Anteilnahme am vielfältigen und gemeinsamen Leben im PAN-Projekt. "Workaway" heißt die Plattform, die Gastgeber und Gäste dieser Art zusammenbringt und die in den vergangenen Jahren Menschen aus vielen nahen und fernen Teilen der Welt zu uns geführt hat.

... zu einem Weg der Begegnungen
Doch aus diesem praktischen Austausch wurde mehr... Denn all die „helfenden Hände“ waren Menschen mit so vielen Geschichten, Perspektiven, Fragen und Ideen. Und stets ging es um weit mehr als „nur“ um die Gartenarbeit. Stattdessen entstanden viele echte und wertvolle menschliche Begegnungen und ein Austausch, der mir wirklich Freude machte. Denn all diese Menschen funktionierten nicht einfach nur in ihrer helfenden Rolle, sondern begannen sich stets mit jedem Gespräch, jeder gemeinsamen Arbeitsstunde, jedem Lachen oder jeder Diskussion mehr zu öffnen und zu zeigen. Es ging plötzlich um das Gefühl, gesehen zu werden, und gleichzeitig den anderen so kennenzulernen wie er ist – ihn wahrzunehmen mit seinen Prioritäten, Gedanken, Talenten und auch seinen „Packerln“, die er in seinem Leben zu tragen hat.
Warum mir das Workaway-Projekt soviel bedeutet?
Wenn ich abends im Bett liege und darüber nachdenke, was gerade jeden Tag in der Welt passiert – wie viel Trennung, Unsicherheit, Schnelllebigkeit, oft auch Oberflächlichkeit sich zwischen uns Menschen drängt – dann habe ich das dringende Bedürfnis, etwas daran zu ändern. Mitzugestalten an einem Ort, der ein Gegenpol zu all dem sein soll.
Darin, die Natur besser zu verstehen und gemeinsam wahrzunehmen, sehe ich eine große Chance, dass dieses Vorhaben auf eine ganz natürliche und einfache Art einen Weg bekommt – wie von selbst. Denn die Natur bietet uns die Möglichkeit, anzukommen und einmal so richtig tief durchzuatmen. Nicht nur körperlich, sondern auch innerlich. Sie umgibt uns mit tausenden Möglichkeiten, Gemeinschaftlichkeit ein bisschen besser zu erleben und zu verstehen, denn nichts in der Natur steht nur für sich allein. Alles braucht einander, um sich zu entwickeln!

... es sind die kleinen Dinge!
Natürlich ändert sich durch dieses Projekt auch für mich persönlich so einiges. Ich lerne unglaublich viel über mich selbst, über Menschen, Vertrauen und Loslassen. Und darüber, dass Wachstum eben nicht nur im Garten passiert, denn jede Begegnung hinterlässt ihre Spuren.
Manchmal sind es kleine Dinge. Eine neue Sichtweise oder ein Gedanke, der bleibt und das eigene Leben bereichert. Manchmal entstehen Freundschaften, die uns weit über den Aufenthalt hinaus begleiten und stärken.
Und manchmal bleibt einfach das Gefühl, Teil von etwas Größerem gewesen zu sein. Damit meine ich nicht nur den Garten oder das Projekt selbst, sondern das, was zwischen Menschen entsteht. Gemeinschaft. Zugehörigkeit. Verbundenheit.
Viele Menschen verlassen unser PAN-Projekt mit dem Gefühl, ein kleines Stück Zuhause gefunden zu haben und genau das berührt mich jedes Mal aufs Neue.

Ein Blick zurück zum Start...
War das von Anfang an meine Vision? Nein!
Und genau das macht es heute so besonders für mich, denn nichts davon war so geplant.
Was als einfache Unterstützung im Garten begann, ist zu einer großen Sammlung wirklich schöner Augenblicke herangewachsen. Fremde aus unterschiedlichsten Ländern und Lebensrealitäten kommen zusammen, teilen Erfahrungen, lernen voneinander und wachsen miteinander... werden zu Freunden.
Ich bin von Herzen dankbar, Teil davon zu sein. Nicht, weil ich glaube, damit die große Welt zu retten, sondern weil ich überzeugt davon bin, dass genau solche kleinen Räume große Chancen schaffen. Wo Menschen sich gesehen, verbunden und zuhause fühlen, ist es leichter, mit Liebe zu leben und dieses Gefühl weit hinaus in die Welt zu tragen.
Darum lasst es uns immer in Erinnerung behalten – manchmal beginnt Veränderung nicht mit großen Ideen, sondern mit einer offenen Tür, einem Stück Land und der Bereitschaft, Menschen willkommen zu heißen.
Reisemodus unserer Gäste: Manche kommen gezielt zu uns als einziges Reiseziel ihres Workaway-Trips, für manche sind wir eine Station einer längeren Workaway-Reise von Host zu Host (viele junge Menschen nutzen z.B. ihr "Gap-Year" vor dem Studium, um die Welt per Workaway zu bereisen und neue Orte kennenzulernen)
Aufenthaltsdauer: meist 3 – 6 Wochen
Aus diesen Ländern hatten wir bereits Besuch: Norwegen, Ungarn, Polen, Deutschland, Luxemburg, Niederlande, Frankreich, Schweiz, Österreich, Tschechien, Ukraine, USA, Kanada, Argentinien, Australien, Neuseeland, Taiwan... (und heuer kommen wieder weitere dazu)
Umgang mit englischsprachigen Gästen: Je nach persönlichen Fähigkeiten und Interessen genießen wir den Austausch auf Englisch, nutzen die Gelegenheit zum Üben oder freuen uns auf die nächsten deutschsprachigen Gäste 🙂
Wo viele verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Charaktereigenschaften zusammenleben, gibt es selbstverständlich auch Konflikte. Es ist für einen echten Gemeinschaftsmenschen jedoch unverzichtbar, entstandene Konflikte aktiv zu bearbeiten und wieder auflösen zu wollen, bei Bedarf auch durch Mithilfe und Mediation eines anderen Gemeinschaftsmitgliedes. Meist lösen sich Unstimmigkeiten dadurch auf, dass man den Grund für die Handlungs- oder Ausdrucksweise des Anderen versteht. So bringen uns unsere Unterschiedlichkeiten im Endeffekt näher zusammen, statt auseinander.
Unser derzeitiges Angebot beschränkt sich momentan auf:
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Umfangreiche Projektführung, gemeinsames Mittagessen mit den Menschen im PAN-Projekt, Gespräche je nach Interesse, Kaffeejause
Beginn: 10.00 Uhr, Ende: 16.00 Uhr
Unkostenbeitrag: € 40,-