
"Bühne frei!" hieß es auch heuer wieder zu unserem traditionellen Winter-Lebensfreudefest. Denn mit guter Stimmung ins neue Kalenderjahr zu starten, gibt uns Schwung und Motivation für alles Kommende. Der gemeinsame bunte Abend, gestaltet aus musikalischen, schauspielerischen oder anderen kreativen Beiträgen der Gemeinschaftsmitglieder und der eingeladenen Gäste, ist immer ein besonderes Highlight zum Jahresbeginn. Das Abendprogramm überraschte, ließ innehalten, aber auch herzlich lachen und verwöhnte außerdem kulinarisch. Diesmal mit besonderer Pauseneinlage – einer Winter-Eis-Bar. Auch Doris' interaktive Partyspiele durften nicht fehlen. Die Geschicklichkeit von Jung und Alt wurde erprobt, die Lachmuskeln trainiert und die Gemeinsamkeit genossen.
Es war ein gelungener Abend! Auf ins neue Jahr!

Frisch angekommen im neuen Jahr machen wir für unsere Leser und Freunde mit Interesse an unserem Leben einen kurzen Rückblick auf unsere Winter- und Weihnachtszeit.
Fein, dass der Wetterumschwung vor Weihnachten das Waldviertel in ein Winter-Wonderland verwandelt hat. So „eingschneipt“ fühlt es sich doch ein bisschen an, als wäre man von der Außenwelt abgeschnitten. Das ermuntert dazu, die wohlige Gemütlichkeit im eigenen Zuhause zu suchen mit den lieben Menschen, die dort gemeinsam wohnen.
Das Vorbereiten auf Weihnachten ist natürlich Einstellungssache.
Bei uns helfen jedenfalls traditionelle Aktivitäten im Advent mit, uns auf das Fest am 24. einzustimmen. „Weihnachtsfan“ Johanna hat mit einem Gemeinschaftsadventkalender überrascht, der außer einer süßen Überraschung auch kleine Aufgaben verborgen hielt. Jeder von uns bekam an seinem Tag des Türchenöffnens einen solchen Auftrag mit auf den Weg.

Wenn wir bereits von Süßem sprechen: Wer Weihnachtskekse für 25 Menschen backen will, muss einige fleißige Händepaare zusammentrommeln. Da auch das Nebenbei-Naschen erlaubt ist, war das glücklicherweise nicht schwer.
Am Samstag vor Weihnachten entstanden hunderte zart-mürbe Vanillekipferl, fluffige Polo Nero und viele andere Kekssorten, damit jede und jeder am Keksteller sein Lieblingsgebäck wiederfindet.


Tags drauf war schon der 21. Dezember: ein Wendepunkt in der Natur, den wir dank unseres guten Freundes Georg sehr bewusst wahrnehmen.
Treffpunkt: Lagerfeuer! Mit Decken und Sitzpolstern ausgestattet trotzten wir dem ungastlich-nasskalten Wetter und lauschten neben den brennenden Scheiten Georgs Gedanken zum Jahreskreis der Natur. Dann gab’s deftiges Aligot (einfache Hirtenmahlzeit aus Frankreich: Kartoffelpüree mit Kürbis und Käse), Störibrot und Punsch.


Unser Weihnachtstag war gemütlich und setzte sich aus den unterschiedlichsten Beiträgen verschiedener Gemeinschaftsmenschen zusammen. Ein besonderes Highlight war das Krippenspiel, welches Barbara, Ingrid und Gabi mit unseren Kleinsten einstudiert hatten. Der eine oder andere Sprechtext wurde zwar spontan improvisiert, aber gerade das machte den Charme aus. Und beim Abschlusslied tanzte bald das gesamte Publikum die Choreographie mit.

Echte Freude und Dankbarkeit waren für uns die Begriffe, die in diesen Weihnachtstagen im Vordergrund standen. Die freien Tage boten auch Raum, um Freunde und Bekannte einzuladen und sich in gemütlicher Runde auszutauschen. Der Jahreswechsel wurde mit einem lockeren Spieleabend begangen oder bei Freunden verbracht. Jene, die bis Mitternacht ausharrten, begrüßten das neue Jahr mit einem Schluck Sekt und Nachbars Feuerwerk.
So sagen wir PANs zu 2026: „Auf ein Neues! Lasst uns für unsere Erfahrungen dankbar sein und mutig auf neue Herausforderungen zugehen! Auf dass wir über unsere bisherigen Vorstellungen hinauswachsen!"
Unser Weihnachtsgruß an alle, die uns kennen, sind heuer einige LEBENSmomente aus unserem Haus und kleine Augenblicke unserer Gemeinsamkeit. Möge euch unser Video ein wenig Freude schenken und erinnern an das Geschenk, das wir teilen: unser Leben als Menschen im Hier und Jetzt.
Danke, dass wir ein Stück des Weges miteinander gehen.
Gesegnete Weihnachten!
Eure PANs

Die Küche ist ja irgendwie auch ein Experimentierlabor.
Mein erstes Kimchi vor dreieinhalb Jahren, welches zwei Wochen in einer unspektakulären, durchsichtigen Plastikbox reifte, war eher so „meeh“. „Das war wohl nix!“, so meine Schlussfolgerung. Darauf folgte eine Zeit der Funkstille zwischen mir und der Fermentation. Die Kohlrabiflut im Herbst letzten Jahres hat mich auf der Suche nach neuen Verarbeitungsmöglichkeiten dann jedoch wieder zum Thema zurückgeführt. Diesmal mit (Gott sei Dank!) mehr Erfolg. Das beinahe ewig haltbare Kohlrabi-Kimchi lächelt mich heute noch aus dem Eck des Kühlers an und macht sich mit seinem säuerlich-frischen Geschmack besonders gut im Linsensalat.


Abgesehen von dem spannenden Prozess des Selbermachens hat das Arbeiten mit Fermentationsprozessen bei Lebensmitteln auch andere Vorzüge. Fermentiertes Gemüse (z. B. Kimchi oder Sauerkraut) ist durch die entstehende Mikrobiologie sehr lange haltbar, ohne dass man die weithin gängigen Zusätze Essig und Zucker hinzufügen muss. Nur Salz ist als Stabilisator wichtig. Im Gegensatz zu vielen Einmachprodukten, die durch Sterilisieren haltbargemacht werden, erhält man beim Fermentationsprozess die lebendige Mikrobiologie.
Fermentierte Lebensmittel enthalten also lebende Mikroorganismen (Probiotika), deren Verzehr helfen kann, die Vielfalt in der Darmflora zu erhöhen und somit die Verdauung zu verbessern.
Besonders bei fermentiertem Gemüse oder zum Beispiel Sauerteigbrot wird das Lebensmittel durch den Fermentationsprozess außerdem für die Verdauung „vorverarbeitet“ und Nährstoffe werden besser verfügbar.
Gerade in Zeiten wie diesen, wo den ganzen Herbst lang diverse Krankheitserreger zirkulieren, fragt man sich, wie man den eigenen Körper am besten stärken kann. Ein gesundes Mikrobiom im Körper aufzubauen, kann dabei sehr hilfreich sein. 70–80 % unserer Immunzellen "wohnen" ja bekanntlich im Darm. Eine gesunde Bakterienvielfalt unterstützt somit eine schnelle Abwehrreaktion des Immunsystems. Nicht schlecht,wofür das alles nütze ist!

Jetzt kommt allerdings ein (nicht unbedeutender!) Warnhinweis: Wenn man den säuerlich-prickelnden Geschmack von Fermentiertem einmal liebgewonnen hat, kommt man nicht mehr so schnell davon los. Einem unerwarteten Geschenk eines Bekannten folgend besitze ich seit April dieses Jahres Wasserkefirknollen, mit denen ich, um die steigende Nachfrage abzudecken, inzwischen alle zwei Tage 3 l des erfrischenden probiotischen Getränks produziere. Vor zwei Monaten ist dann auch ein Kombuchapilz eingezogen, denn: Der eigene Kombucha ist halt wirklich richtig lecker!
Die schöne Reise mit lebendigen Kulturen hat natürlich auch ihre anspruchsvolle Seite. Alle zwei Tage will der Kefir neu angesetzt werden, der Kombucha nach 8–9 Tagen. Um den Sauerteig kräftig und triebstark zu erhalten, sollte er jede Woche aufgefrischt werden. Ein eigener Kalender, um nicht den Überblick zu verlieren, ist da unabdingbar. Aber so ist das eben, wenn man mit lebenden Kulturen arbeitet: Es ist ein Geben und wieder Zurückbekommen.
Zahlt sich aber aus, wenn du mich fragst. Und sonst frag ich keinen ;-)

Ratter, ratter, trrrrrt, trrrrrt. Beim Vorbeigehen an Omas Nähwerkstatt tönt das vertraute Geräusch durch die Türritzen und verrät mir, dass Elisabeth wieder einmal an einem neuen Projekt arbeitet.
Nicht einmal über den Sommer, wo ja so viel Arbeit draußen im Garten wartet, steht ihre Nähmaschine still. Denn Sommer ist halt auch die Zeit für neue Sommerkleider - da kann man machen, was man will. Nähen ist Elisabeths Lieblingshobby und wer ihren Kleiderschrank kennt, weiß, dass sich die Ergebnisse daraus sehen lassen können.
Schön ist, dass sie mit ihren Fähigkeiten nicht nur sich selbst einkleidet. Bei ihren vielartigen Projekten kommt ihr die Ausbildung zur Schneiderin in ihrer Jugendzeit natürlich sehr zugute. Auch wenn einzelne Kniffe und Techniken von anspruchsvolleren Nähprojekten wieder neu erlernt werden müssen, habe ich selten erlebt, dass Oma Elisabeth vor einer neuen Herausforderung haltmacht.
Bittet man Oma um ein Kleidungsstück, darf man den Entstehungsprozess von der Auswahl des Stoffes über das Suchen des passenden Schnittes bis hin zum fertigen Endprodukt miterleben. Termine zum Abmessen, Anprobieren und manchmal zum gemeinsamen Entziffern der Nähanleitung muss man sich auf jeden Fall miteinteilen! Denn am Ende sollte es doch immer für denjenigen perfekt passen, der das genähte Stück dann trägt.
Auch abseits von Wunschprojekten kommen ihre Fähigkeiten allen zugute: Ob ausgerissene Zippverschlüsse, löchrige Knie an Kinderhosen, die Änderung von Kleidungsstücken oder die neuen Bündchen für den Lieblingspullover: Oma macht das alles gerne. Denn: „Das ist meine Fähigkeit und meine Freude, die ich gerne mit euch teile!“

Zu Kräutern habe ich schon immer eine besondere Beziehung gehabt.
Vor allem die Verarbeitung zu verschiedenen Heil- und Pflegeprodukten für die Mitglieder unserer Großfamilie bereitet mir viel Freude. Unsere Teerezepturen habe ich von Petra übernommen, die Rezepturen für verschiedene Kosmetikprodukte meist selbst entwickelt. Vor einigen Jahren habe ich an einem Kurs zum Destillieren von Kräutern teilgenommen und seitdem mache ich auch Pflanzenwässer selbst.
Wenn es meine Zeit als Vollbluthausfrau erlaubt, gehe ich in den Garten und trage einen Teil zur Pflege unserer Kräuterterrasse bei. Die Terrasse ist 2011 errichtet worden und war zu Petras Zeiten mit Hilfe vieler Hände ein kleines Paradies.

Doch wie wir alle schon erfahren haben, ändern sich die Zeiten.
Petra ist nicht mehr unter uns und die vielen Hände haben sich auf wenige reduziert.
Was geblieben ist, ist meine Liebe zu Kräutern und mein Bestreben, diesen Pflanzen wieder die Wertschätzung entgegenzubringen, die sie verdient haben. Schließlich steckt in ihnen „Wesen-tliches“ für die Gesundheit unseres Körpers sowie unserer Seele.
Da die Kräuterterrasse trotz aller Bemühungen nun in die Jahre gekommen ist, habe ich mich entschlossen, den vom LFI angebotenen Kurs „Kleinflächiger Biokräuteranbau für die Selbstvermarktung“ zu besuchen, um einen Beitrag zur Erneuerung leisten zu können.

In drei Blöcken zu je zwei Tagen haben sich alle Teilnehmenden gemeinsam mit Seminarleiterin Dr. Elisabeth Steinbruch, Biologin und selbst Kräuterbäuerin aus der Steiermark, mit den Rahmenbedingungen rund um einen erfolgreichen Kräuteranbau beschäftigt.
Zwei Unterrichtsblöcke fanden in der Gartenbauschule Langenlois statt, wo wir unter anderem einen Rundgang durch die umliegende Gartenanlage und den Praxisteil "Vermehrung von Kräutern" in der Schulgärtnerei Haindorf machen konnten.
… einfach ein Traum! ... und wenn ich noch einmal die Berufswahl hätte – ich würde dort gerne eine Ausbildung machen…..!
Der dritte Block fand am Kräuterhof von Frau Steinbruch in Birkfeld in der Steiermark statt. Neben der Besichtigung der dortigen Kräuteranlage, der Beschäftigung mit den Bedürfnissen der verschiedenen Pflanzen und der Bodenqualitäten konnten wir uns anhand des Betriebes mit dem Weg der Kräuter von Anbau, Ernte, Trockung bis hin zur Vermarktung beschäftigen.

Wir hatten dabei herrliches Sommerwetter und auch die Teilnehmergruppe wuchs sehr rasch zu einer freundschaftlichen Truppe heran. Da eine Seminarteilnehmerin in Gmünd beheimatet ist, konnten wir gemeinsam fahren und viele interessante Gespräche führen.
Besonders war auch unser Exkursionstag ins Mühlviertel, wo wir drei unterschiedlich große Kräuterbetriebe besuchten.
Der Bio-Kräuterhof Aufreiter in Alberndorf in der Riedmark ist ein Familienbetrieb mit 40-jähriger Geschichte, baut Kräuter großflächig für Sonnentor an, betreibt Hofladen und Onlineshop und bietet auch Seminare an. Sehr interessant war vor allem die selbstgebaute Trocknungsanlage.
Der Biberhof in Windhaag bei Freistadt baut Kräuter für Bergland an und vermarktet Kräuter, Senfprodukte und Erdbeeren selbst in Hofladen und Onlineshop. Sehr interessant war für mich die Erntetechnik und die neu gebaute Trocknungsanlage.
Der Sonnenhof-Almkräuter bei Liebenau hat eine kleinere Kräuteranlage und hat sich vor allem auf Kräuterkosmetikprodukte spezialisiert, was mittlerweile mit sehr viel Aufwand für die Zertifizierung der Produkte verbunden ist. Weiters werden am Hof Kräuterwanderungen und Workshops angeboten.
Alle Betriebe waren sehr beeindruckend, aber auch inspirierend, verschiedene Arbeitstechniken und Kleingeräte zur Vereinfachung unserer Arbeitsweise zu überlegen.
Insgesamt habe ich richtig viele Eindrücke sammeln können, die mir Mut gemacht haben, unserer Kräuteranlage wieder neues Leben einzuhauchen.
Mit Hilfe von Maia, Meli und hoffentlich noch dem einen oder anderen kräftigen Mann möchte ich in unserem Garten die Bodensituation verbessern sowie die Fruchtfolge und Pflege vereinfachen. Auch die Überlegung, Kräuterprodukte für den Verkauf herzustellen, nimmt in mir Gestalt an.
Das Wichtigste ist mir jedoch, dass ich einen intuitiveren Zugang zu den Pflanzen bekomme, damit auch die Wertschöpfung aus ihrem „Wesen-tlichen“ kommt.


Einer Einladung von guten Freunden folgend machten wir uns am Sonntag, den 24. August, auf den Weg in die Stadtgemeinde Pregarten in Oberösterreich. Denn: So ein Sommer kann nicht einfach vergehen ohne das Gemeinschaftsfeeling, das ein gemeinsamer Ausflug mit sich bringt. „Um 9 Uhr ist Abfahrt vor dem Haus!“, verkündet Doris, die bei der Organisation immer den Überblick behält.
Unser Ziel: der 8km lange Aisttalrundwanderweg. Der naturbelassene Fluss, die Feldaist, gepaart mit gewaltigen Granitformationen und ursprünglichen Hängen, war das auserwählte Gebiet, in dem wir an diesem Spätsommertag wandern und Natur auftanken wollten.
Der erste Teil des Rundwanderwegs führte uns bergauf über den Kalvarienberg, von dem die Aussicht über die Ebene Richtung Linz zum Stehenbleiben und Genießen einlud. Weiter ging’s dann wieder bergab, ins Aisttal, wo wir der Feldaist flussaufwärts zurück zu unserem Ausgangspunkt folgten. „Der Weg entlang des Wassers war wirklich wunderschön und entschleunigend“, so Doris.

Während die Bewegungsbegeisterten der Wanderroute folgen, vergnügen sich unsere Kleinkinder unter Aufsicht ihrer Eltern am Wasserspielpark in Pregarten.
Gegen halb eins trafen die hungrig gewanderten großen und hungrig gespielten kleinen Leute wieder zusammen. Denn am Knollenhof war unser guter Freund Georg schon seit den frühen Morgenstunden auf den Beinen, um aus dem vielfältig bepflanzten Garten ein reichhaltiges Mittagessen zu kochen. Das Motto: „Frisch aus dem Garten gekocht“.
In gusseisenen Töpfen und Pfannen über offenem Feuer und in Glut eingepackt entstand so ein Menü, das die Geschmacksknospen erfreute. Von Spargel, der eigentlich der Stängel einer besonderen Salatpflanze war, bis hin zu gefüllten Zwiebeln in Soße und direkt im selbstgebauten Bambuszelt geräucherten Forellen war alles dabei. Schmeckte einer ganz genau hin, so konnte man die einzelnen Zutaten erraten, die bis vor kurzem noch direkt daneben im Garten gestanden sind.

Nach dem Essen soll man ja bekanntlich ruhen oder tausend Schritte tun. In unserem Fall führte uns Bernadettes Kräuterrätsel quer durch den Gemüsegarten und so kamen einem die tausend Schritte gar nicht so lange vor. Sogar die Gartenversierteren unter uns stießen bei den vielen verschiedenen Gemüse- und Kräuterpflanzen auf Unbekanntes: Oka, auch als „Knolliger Sauerklee“ bekannt, fand sich dort nämlich ebenso wie Salzkraut, Erdmandeln und viele andere witzig und unbekannt klingende Gewächse. Die kleine Steviapflanze im Kräuterbeet gab zumindest für die unerschrocken draufloskostenden Rätselrater durch ihren Geschmack Aufschluss über ihre Identität.

Nachdem unsere grauen Zellen recht viel Energie verbraucht hatten, war auch wieder Platz für die Nachspeise, Kaffee trinken, ein bisschen plaudern und den Tag gemütlich ausklingen lassen.
Bei der Heimfahrt ins Waldviertel ließ ich den erlebten Tag nochmal Revue passieren und fand viele gute Gründe zum Dankbarsein: das herrliche Spätsommerwetter und die wunderschönen Naturorte, die 5-Sterne-Bewirtung und Gastfreundlichkeit am Knollenhof bei guten Freunden, die vielfältigen Gaben der Natur, aus denen unser vollwertiges Essen zubereitet wurde und das gemeinsame Miteinander.
All das zusammen machte den Ausflug zu einem unvergesslichen Sommererlebnis!

Nach unserer letztjährigen, ersten Reise seit Kriegsbeginn in die Ukraine, war ich mit meiner wunderbaren Frau Hanna auch heuer im August zwei Wochen zu Besuch in Tschernihiw (etwa so groß wie Linz, ganz im Norden der Ukraine liegend).
Gemeinsam besuchten wir ihre Familie und den Ort, an dem Hanna aufgewachsen ist und so vieles erlebt hat – ein Umfeld, das mittlerweile nicht nur ihr, sondern auch mir sehr vertraut und bekannt erscheint. Wie auch letztes Jahr haben wir viel erlebt, neue Eindrücke gesammelt und viel gemeinsame Zeit mit Verwandten und Bekannten verbracht.

Natürlich – leider muss man das so sagen – war der Krieg ein dauerhaft präsentes Thema, das weiterhin alle Menschen dieses Landes beschäftigt und prägt. Heute möchte ich ein paar ganz persönliche Eindrücke dazu mit euch teilen.
Tschernihiw ist sehr lebendig und bunt. Die Parks in der Innenstadt blühen, überall sind Blumen und viele Menschen sind draußen unterwegs. Beim Spazierengehen tut mir gut, wieder mehr Männer auf der Straße zu sehen als bei unserem letzten Besuch. Mir scheint, es gäbe jetzt mehr Sicherheit, wer wie und wann zur Armee rekrutiert wird. Die Verunsicherung war in den letzten Jahren groß, auch aus Gesprächen wissen wir, dass viele Männer in der Öffentlichkeit nur die unbedingt notwendigen Wege zurücklegten, um ja nicht aufzufallen. Das ist jetzt nicht mehr deutlich spürbar und ich halte das persönlich für sehr wichtig.

Zuerst bemerkt man es kaum, aber wenn man danach Ausschau hält, fällt auf, dass man so gut wie keine Kleinkinder und Babys sieht, wenn man draußen unterwegs ist. 10 Millionen Menschen (ein schwaches Drittel der Bevölkerung) sah sich gezwungen, das Land seit Kriegsbeginn zu verlassen.
Kein Wunder. Tschernihiw liegt zwar mittlerweile weit von den „heißen“ Gebieten an der Front entfernt und hat seine erschütternd heftigen Wochen zu Beginn des Krieges zum Glück lange überstanden. Trotzdem dröhnen täglich die Sirenen für den Luftalarm. Durch die Lage der Stadt in russischer Grenznähe ist sie ein einfacheres Angriffsziel als Städte in der Tiefe des Landes. Immer wieder hört man am Stadtrand die Luftabwehr – oft sind es Drohnen / Raketen auf der Durchreise auf dem Weg in die Hauptstadt Kyjiw. Aber eben nicht nur: In den Lokalnachrichten liest man in Interviews mit hochrangigen Militärs, dass die Stadt für die Ausbildung vieler russischer Drohenpiloten als Trainingsort „genutzt“ wird. Es ist ein seltsames Gefühl zu wissen, dass Tag und Nacht Kampfdrohnen auf die Stadt zusteuern, die sich in ständigem Kampf mit der Luftabwehr befinden.

Manchmal liest man in der Berichterstattung über den Krieg Artikel, die sich mit den Menschen in der Ukraine beschäftigen. Wie gehen sie mit dem Krieg um, wie beeinflusst es ihr Leben, ihren Alltag und ihr Lebensgefühl? Auch mich beschäftigt das - immerhin habe jetzt auch ich Familie dort.
Die Antwort, die ich für mich gefunden habe, ist, dass wir Menschen dazu in der Lage sind, uns mit Dingen abzufinden, die wir nicht beeinflussen können – noch viel mehr, als ich dachte.
Wer nicht ausreist oder ausreisen kann, hat keine Wahl, außer hinzunehmen, dass bei jedem Luftalarm alle großen Geschäfte schließen, der Unterricht in den Schulen stoppt, Gefahr von oben droht und Veranstaltungen mit großen Menschenmengen gar nicht stattfinden. Jeder kennt jemanden, der an der Front kämpft, gestorben ist oder lebenslange Schäden davongetragen hat. Jeder in den betroffenen Städten und Dörfern weiß, wie es ist, wenn eine Drohne in der nahen Umgebung explodiert und ein Haus zerstört. Keine Wahl zu haben, als etwas über einen langen Zeitraum hinnehmen zu müssen, verwandelt sonst aktive Sorgen in eine Art passive Daueranspannung.

Durch die Reisen in die Ukraine habe diese Seite an mir selbst kennengelernt – in sehr sehr stark abgeschwächter und verträglicherer Form, als Menschen in den frontnahen Städten tagtäglich erleben müssen: Ich höre eine Drohne, eine ferne Explosion und denke "Sch... was ist da jetzt passiert!?" (Es war ein Unternehmen am Stadtrand, das Ziel eines Angriffs wurde). Beim dritten Mal, einige Tage später, ist das Geräusch bekannter – ich warte, bis es vorbei ist. Beim fünften Mal ist unsere Abreise schon nahe. Ich drehe mich rüber und schlafe weiter.

Jetzt sind wir wieder zu Hause.
Es ist ein Luxus, von nichts Gefährlichem betroffen zu sein, gegen das man keine Handhabe hat. Alles ist ruhig und friedlich im kleinen Harmannstein in Österreich, auch wenn die vereinzelten Propellerflugzeuge hier genau wie die Kampfdrohnen in der Ukraine klingen, was zwar gruselig, aber zum Glück belanglos ist.
Ich muss weiterhin oft an meine zweite Familie in Tschernihiw denken. Und auch an die Menschen im Osten der Ukraine, die näher an der Front den Krieg in einer noch viel brutaleren Form erleben müssen.
Alles Gute von mir an ein Land und seine Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind!
Echt empfinden und von Herzen sagen zu können, dass man sein Leben liebt, ist etwas wirklich Besonderes.
Benedikt steht mit seinen 23 Jahren voller Power mitten im Leben und weiß, was er will: Ausgebildet als Zimmerer/Spengler hat ihn seine Liebe zur Landwirtschaft und zu den Tieren wieder eingeholt und bewegt ihn dazu, diese Liebe in seiner täglichen Arbeit praktisch umzusetzen, sich weiterzubilden und im Spiegel der Natur auch mehr über sich selbst zu lernen.
Im fünften Teil von Hannas Videoserie berichtet Benedikt von seinem Tätigkeitsschwerpunkt bei den Tieren und in der Verarbeitung, über das Bauer-Sein im Kreislauf der Landwirtschaft und warum er mit Überzeugung sagt: "Ich liebe, wie ich lebe!"
Umfangreiche Projektführung, gemeinsames Mittagessen mit den Menschen im PAN-Projekt, Gespräche je nach Interesse, Kaffeejause
Beginn: 10.00 Uhr, Ende: 16.00 Uhr
Unkostenbeitrag: € 40,-
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